Gegen das Vergessen

Erinnerungen bleiben lebendig, wenn man über sie stolpert … Die Namen der jüdischen Opfer des Zweiten Weltkriegs niemals in Vergessenheit geraten. Deshalb erstrahlen die Meinerzhagener Stolpersteine seit Mittwoch, 5. November, dank der Schülerinnen und Schüler unseres 10. Jahrgangs wieder in neuem Glanz.

Wie schon im vergangenen Jahr wurden die Steine im Rahmen unseres Siegels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ sorgfältig gereinigt. Ein starkes Zeichen gegen das Vergessen – und ein großes Dankeschön an euch, liebe Schülerinnen und Schüler, für euer Engagement!

Die Zehntklässler der Rothensteinschule putzten am Mittwoch, den 5. November 2025, die Stoplersteine in der Innenstadt.
Die Zehntklässler der Rothensteinschule putzten am Mittwoch, den 5. November 2025, die Stoplersteine in der Innenstadt.
Die Zehntklässler der Rothensteinschule putzten am Mittwoch, den 5. November 2025, die Stoplersteine in der Innenstadt.

Zehntklässler lernen Stolpersteine kennen

Am 30. September unternahmen die Zehntklässler der Rothensteinschule einen Rundgang zu den Stolpersteinen in Meinerzhagen. René Casgrande vom ortsansässigen Heimatverein bot den Schülern eine anschauliche und interaktive Führung.

Im Vorfeld wurde das Thema der NS-Zeit und der Judenverfolgung im Unterricht behandelt, um ein fundiertes Hintergrundwissen zu vermitteln. Bereits in der 9. Klasse haben die Schülerinnen und Schüler das Konzentrationslager in Buchenwald besichtigt.

Die jetzigen Zehntklässler erfuhren während des Rundgangs die Sinnhaftigkeit der Stolpersteine. Diese kleinen Gedenksteine, die in Gehwegen verlegt sind, erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus.

Projekt startete 1992

Das Kunstprojekt wurde 1992 von Gunter Demnig ins Leben gerufen. Die erste Steinverlegung fand in Köln statt. Heute ist es das größte dezentrale Mahnmal mit über 100.000 Stolpersteinen in 27 Ländern. Die Daten werden von Hand eingeschlagen, um die Würde der Menschen zu ehren.

Ein besonderer Fokus liegt auf den Familiengeschichten der jüdischen Familien in Meinerzhagen, insbesondere der Familien Stern, Rosenthal und Fischbach sowie der Geschichte der ehemaligen Synagoge Meinerzhagens.

Bewegende Geschichten

Die Schülerinnen und Schüler hörten bewegende Geschichten über das Schicksal dieser Familien während der NS-Zeit und lernten die ehemaligen Wohnorte der Familien kennen, die ihnen anhand alter Fotos gezeigt wurden. Ebenfalls wurde die Geschichte der Verfolgung einzelner Familien in Meinerzhagen vermittelt.

Zusätzlich nutzten die Schülerinnen und Schüler die App „Stolpersteine NRW“, um mehr über die einzelnen Stolpersteine und die dahinterstehenden Geschichten zu erfahren.
Nach dem Rundgang erfolgt eine Nachbereitung, um das Erlebte zu reflektieren und zu vertiefen.

Reinigungsaktion am 29. Oktober

Der Rundgang bot den Schülerinnen und Schülern eine eindrucksvolle Möglichkeit, Geschichte hautnah zu erleben und das Bewusstsein für die Bedeutung der Stolpersteine zu schärfen. Am 29. Oktober 2024 wird der 10. Jahrgang der Rothensteinschule die Stolpersteine für den jährlichen Rundgang „Kein Stein bleibt diese Nacht allein“, der am 9. November 2024 um 17 Uhr stattfindet, im Rahmen des Siegels „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ ab dem Standort Bücherei Schmitz putzen. Dies erfolgt in Kooperation mit dem Evangelischen Gymnasium Meinerzhagen, dessen Schülerinnen und Schüler diese Aufgabe bisher übernommen haben. Die Aktion erfolgt zweimal jährlich; im Herbst übernimmt ab sofort die Rothensteinschule die Reinigung und im Frühling das Evangelische Gymnasium.

René Casagrande erläuterte den Zehntklässlern die Stolperstein-Aktion.